MTZ klärt auf - Interview mit Mona Habel
Wenn nach den dunklen Wintermonaten die Tage wieder länger werden und die Natur zu neuem Leben erwacht, erwarten viele Menschen automatisch mehr Energie und Tatendrang. Stattdessen macht sich jedoch häufig das Gegenteil bemerkbar: Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Erschöpfung. Dieses Phänomen wird als Frühjahrsmüdigkeit bezeichnet. Der Körper braucht Zeit, um sich an den Wechsel von Winter zu Frühling anzupassen. Wie man diesen Übergang aktiv unterstützen und neue Energie gewinnen kann, erklärt Physiotherapeutin Mona Habel im Experteninterview.
Mona, viele Menschen fühlen sich trotz steigender Temperaturen und mehr Sonnenlicht zunächst müde und energielos? Warum ist das so?
Mona Habel: Der Wechsel der Jahreszeiten bringt unseren Körper erst einmal aus dem Gleichgewicht. Licht und Temperatur beeinflussen unseren Biorhythmus und den Hormonhaushalt. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung sinkt der Melatoninspiegel, während Glückshormone vermehrt ausgeschüttet werden. Viele Menschen fühlen sich in dieser Phase zunächst müde, bevor sich das Energielevel wieder stabilisiert. Doch Energie entsteht nicht nur durch äußere Faktoren. Bewegung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle – sie aktiviert Kreislauf, Muskulatur und Stoffwechsel und unterstützt eine natürliche Aufbruchsstimmung.
Welche Auswirkungen hat Bewegung konkret auf das Wohlbefinden im Frühling?
Mona Habel: Bewegung steigert die Durchblutung und sorgt dafür, dass Sauerstoff und Nährstoffe besser zu den Zellen transportiert werden. Das wirkt sich direkt auf unsere Leistungsfähigkeit, Konzentration und Laune aus. Außerdem schüttet der Körper Endorphine aus. Gerade nach einem langen Winter, in dem viele Menschen weniger aktiv waren, ist körperliche Aktivität somit ein zentraler Schlüssel, um das Frühjahrshochgefühl zu verstärken.
Kann Bewegung darüber hinaus unsere geistige Leistungsfähigkeit und Motivation steigern?
Mona Habel: Absolut. Bewegung steigert nicht nur die körperliche Energie, sondern auch die mentale Leistungsfähigkeit. Wenn wir uns regelmäßig bewegen, verbessert sich nämlich bspw. auch unsere Stressresistenz. Gerade im Frühling, wenn viele neue Projekte oder Aufgaben anstehen, kann gezielte Aktivität helfen, motivierter an Herausforderungen heranzugehen und den Kopf klar zu halten.
Welche Bewegungsformen eignen sich besonders, um von zuvor benannten Vorteilen profitieren zu können?
Mona Habel: Grundsätzlich ist jede Form von Aktivität geeignet. Wichtig ist jedoch immer, dass man Spaß an der Bewegung hat und, dass diese gleichzeitig den Kreislauf anregt. Ausdaueraktivitäten wie Joggen, Radfahren oder Nordic Walking sind ideal, um Energie aufzutanken. Gleichzeitig kann Krafttraining die Muskeln aktivieren, Verspannungen lösen und das Körpergefühl verbessern. Aber auch Bewegung in der Gruppe, beispielsweise in Gesundheitskursen, wirkt stimmungsaufhellend. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit – schon ein bis zwei Einheiten pro Woche können einen spürbaren Unterschied machen. Damit jede/r den richtigen Einstieg für sich finden kann, haben wir im MTZ Großwallstadt eine sogenannte Trainingsberatung entwickelt. Dabei wird auf Basis von Wünschen, Zielen und Vorstellungen des Interessenten, gemeinsam mit einem unserer Sportwissenschaftler, eine Idee entwickelt, wie das künftige Training aussehen könnte.
Welche Rolle spielt eine gesunde Ernährung in diesem Kontext?
Mona Habel: Ernährung und Bewegung wirken Hand in Hand. Eine ausgewogene Ernährung liefert die nötige Energie und Nährstoffe, die der Körper für körperliche Aktivität braucht. Besonders frisches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Eiweiße und ausreichend Wasser unterstützen den Stoffwechsel und die Leistungsfähigkeit. Wer sich bewusst ernährt, spürt oft mehr Energie beim Sport und kann die positiven Effekte auf Stimmung und Konzentration noch verstärken.
Mona, dein abschließender Tipp für alle, die den Frühling aktiv genießen möchten?
Mona Habel: Nutzen Sie die längeren Tage! Schon kleine Bewegungseinheiten, insbesondere an der frischen Luft, können Energie und Stimmung deutlich steigern. Am wichtigsten ist, dass Bewegung Freude macht und in den Alltag passt – dann kann die einstige Frühjahrsmüdigkeit zeitnah in eine nachhaltigen Kraftquelle für Körper und Geist umgewandelt werden.
Mona, vielen Dank für das Interview.